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Mainpost vom 18. Juni 2007
Unterhaltung statt Zeigefinger

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„62 fünf, die Erste, bereit? Dann Ton, Ton läuft, und bitte!“ Los geht's mit der Action-Szene aus dem Spielfilm „Emagon“, der gerade im ehemaligen landwirtschaftlichen Lagerhaus zwischen Ober- und Unterwittighausen gedreht wird.

Die Geschichte ist hochaktuell. Die beiden Freundinnen Nina und Bless stecken mitten in einem Computerspiel. Mit Lasermarkierungswaffen sind sie auf der Suche nach dem Gegner. Sie geraten in Streit. Während Nina wirklich nur spielen will ist Bless von ihrem Ehrgeiz so angestachelt, dass sie um jeden Preis gewinnen will.


Foto Wilma Wolf

„Du bist ja besessen von dieser Spielscheiße“, schreit Nina ihre Freundin an. „Nein, ich will nur gewinnen“, wehrt sich Bless. Und Schnitt. Szene aus. „Die war's für mich“, erklärt Regisseur und Produzent Ralph Wege aus Bergrheinfeld nach dem fünften Dreh. Die etwas derbe Sprache gehört zu diesem Film, der sich in das Genre Action und Abenteuer einordnen lässt. Auch Kameramann Frank Hackenschmidt ist zufrieden. Er filmt die Szene mit einer 30 Kilogramm schweren Steady Cam – einer schwebenden Handkamera.
   
Der Regisseur

Insgesamt besteht die Crew aus etwa 20 Leuten. Ralph Wege ist nicht ganz unerfahren. Er studierte fünf Jahre Film- und Fernsehregie, arbeitete drei Jahre als Autor und Regisseur für die Filmproduktionsfirma megaherz in München und ein Jahr für Polyphon in Hamburg. Darüber hinaus absolvierte er eine Weiterbildung an der Filmhochschule Berlin zum Film- und Fernsehproducer.

Nach einer kurzen Pause geht's mit einer Stellprobe für die nächste Szene weiter. Für Beleuchtung und Kamera muss erst der richtige Platz gefunden werden. Nina (Maria Mahfoud) und Bless (Johanna Rehm), beide aus Würzburg, stehen herum und frieren. Es ist kalt im Lagerhaus. Und Bless hat sich eine ordentliche Erkältung eingefangen. „Wo sind denn die Decken? Ich will nicht krank werden!“ ruft sie und schnattert in ihrem knappen Outfit.

Neun Tage dreht das Team im alten Lagerhaus. Danach geht es in Würzburg weiter. Insgesamt sind 23 Drehtage eingeplant, erklärt Andy Haller aus Giebelstadt, der zweite Produzent, während der dritte im Bunde, Dieter Wohlsecke aus Würzburg, sich um die Tonaufnahmen kümmert. 90 Minuten lang wird der Spielfilm werden, Szene um Szene wird digita l auf DVD aufgenommen.

Die Darsteller sind professionelle Schauspieler, überwiegend aus der Region. Eine der männlichen Hauptrollen, den Bösewicht „Mike“ spielt Andreas Anke vom Stadttheater in Würzburg. Und trotz seines engen Terminkalenders und seiner Verpflichtungen am Theater macht es ihm großen Spaß.

Kritischer Thriller

„Mit unserem Film wollen wir Leute porträtieren, die von Computerspielen besessen sind“, sagt Wege. Es soll aber kein medienpädagogisches Werk werden, das den Zeigefinger erhebt, sondern ein Thriller mit kritischem Ansatz. Ziel ist es, den Film in die Videotheken und vielleicht sogar in die Kinos zu bringen. Das Zeug dazu hat der Film, davon ist Ralph Wege überzeugt. Ein DVD-Vertrieb sei bereits daran interessiert, den Film bundesweit in die Videotheken und Fachmärkte zu bringen.

 
Von unserer Mitarbeiterin Wilma Wolf